Selbstcoaching mit der Potenzial-Map:
Gefühle

Über alles hat der Mensch Gewalt,
nur nicht über sein Herz.

Friedrich Hebbel

Gefühle zu beherrschen, scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein.

Angst, Trauer, Wut … sind sie erst einmal da, entwickeln sie meistens eine Eigendynamik und verselbstständigen sich.

Gefühle sind gnadenlos ehrlich!

Sie zeigen uns auf, wie es uns tatsächlich geht und wie selbstbestimmt wir wirklich sind.

Sie nehmen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Kommunikation.

Ob wir in einer Konfliktsituation die Nerven behalten oder nicht, kann für unsere berufliche, wie private Zukunft entscheidend sein.

Mit Gefühlen konstruktiv umgehen zu können, ist ein wichtiger Schlüssel für ein glückliches Leben – vielleicht sogar der wichtigste!

Aber … was ist ein Gefühl überhaupt?

Stell Dir vor, jemand fragt Dich, was Gefühle grundsätzlich sind?

Wie würdest Du darauf antworten?

Die Antworten darauf sind meistens: Wut, Glück, Liebe …

Nein, nicht welche Gefühle es gibt, sondern eine Definition dafür, was Gefühle grundsätzlich sind.

Die Antwort darauf fällt meistens schwer.

Lass uns in einem ersten Schritt wissenschaftlich an die Beantwortung herangehen.

Später vereinfachen wir das Ganze wieder.

Dabei mache ich begrifflich keinen Unterschied zwischen Emotion und Gefühl, was wissenschaftlich sicher nicht ganz korrekt ist.

Aber ich musste auf der Suche nach einer Definition feststellen, dass der Unterschied wirklich minimal ist und eine Trennung der Begriffe eher verwirrt, als klärt.

Der renommierte amerikanische Neurowissenschaftler Antonio R. Damasio, verdeutlicht anhand des Prinzips der Verschachtelung, was Gefühle sind.

Der menschliche Organismus verfügt über eine homöostatische (ausgleichende) Steuerung vom Einfachen zum Komplexen, über mehrere Ebenen hinweg.

Auf der ersten Ebene finden Immunantworten, Grundreflexe und Stoffwechselregulierungen statt.

Auf der zweiten Ebene findet Schmerz- und Lustverhalten statt.

Auf der dritten Ebene Antriebe und Motivationen,
wie z.B. Hunger, Durst, Sexualtrieb – oder auch Kampf und Fluchtreaktionen.

Und auf der vierten Ebene die eigentlichen Emotionen.

Diese teilt Antonio R. Damasio weiter auf in Hintergrundemotionen, primäre Emotionen und soziale Emotionen.

Hintergrundemotionen:

Werden z.B. als Ruhe, Unbehagen, Aufregung, Gereiztheit oder Vitalität erlebt.
Werden diese Hintergrundemotionen über einen längeren Zeitraum erlebt, spricht man auch von Stimmungen.

Primäre Emotionen:

– Glück
– Trauer
– Angst
– Wut
– Ekel
– Überraschung

Diese Emotionen werden auch als Grundgefühle bezeichnet, da sie in allen Kulturen beobachtbar sind.

Soziale Emotionen:

– Scham
– Schuld
– Verlegenheit
– Stolz
– Eifersucht
– Neid
– Dankbarkeit
– Bewunderung
– Entrüstung
– Verachtung
– Liebe …

Diese komplexen Gefühle entstehen in erster Linie durch die Sozialisierung des Menschen.

Wichtige Hypothesen und Ansichten, die sich aus diesem Modell ergeben:

1. Die Grenzen zwischen den Kategorien sind durchlässig

Ein Bspl.: Wenn es Dir körperlich schlecht geht (Schmerz), weil Du gerade eine Grippe hast, dann kann es sein, dass Deine Stimmung darunter leidet (Hintergrundemotion), Du Dir eventuell Sorgen machst (Grundgefühl Angst), weil Du beruflich gerade nicht mehr die Leistung bringen kannst und deswegen vielleicht auch Angst vor der Verachtung anderer hast (soziales Gefühl).

Genauso kannst Du Dich körperlich gut fühlen (Lust), motiviert sein (Motivation), eine gute Stimmung haben (Hintergrundemotion), Dich auf etwas freuen (Grundgefühl Glück) und Deine Dankbarkeit (soziales Gefühl) anderen zum Ausdruck bringen.

Körperempfindungen, Triebe, Stimmungen, Gefühle, Gedanken usw. – alles kann in Verbindung stehen.

2. Gefühle haben einen mentalen Aspekt

Die Kategorien sind zwar durchlässig, müssen aber nicht zwingend in Verbindung stehen.

Immunreaktionen oder Grundreflexe z.B. können auf einer rein körperlichen Ebene ablaufen, die wir gar nicht als Gefühle wahrnehmen.

Gefühle dagegen haben so gut wie immer einen mentalen Aspekt.

Das heißt, sie stehen mit einer bestimmten Denk- und Wahrnehmungsweise in Verbindung.

Ohne Wahrnehmung kann ein Gefühl nicht erlebt werden.

3. Angenehme und unangenehme Gefühle

Die Verschachtelung verfügt über zwei wichtige Hauptäste: Schmerz und Lust.

Wenn uns etwas körperlich sehr weh tut, dann nehmen wir den Schmerz deutlich wahr. Gefühle können aber subtiler sein.

Dann erleben wir sie als angenehm oder unangenehm.

Es gibt angenehme und un-angenehme Gefühle.

4. Je sozialer die Gefühle, umso komplexer

Wenn Du jemanden fragst, wie es ihm geht, dann wird er meistens mit „gut“ oder „nicht so gut“ antworten.

Dann spricht derjenige über seine Hintergrundemotionen und seine momentane Stimmung.

Geht Dein Gegenüber mehr in Tiefe, dann kann es sein, dass er über seine Grundgefühle spricht: „Ich freue mich gerade riesig über …“ (Glück), „Ich mache mir Sorgen …“ (Angst), „Ich bin traurig, dass …“ (Trauer), „Was mich so richtig ärgert …“ (Wut).

Diese Emotionen können schon komplexer sein.

Spricht derjenige aber über soziale Gefühle wie z.B. Verachtung, Schuldgefühle oder Liebe, dann können diese Gefühle sehr fassettenreich sein und viele Gefühlsaspekte beinhalten.

Soziale Gefühle können viele Aspekte beinhalten.

5. Gefühle sind Impulse zur Regulation

Der menschliche Organismus reguliert sich ständig neu (Selbstorganisation).

Das tut er über einfache Grundreflexe, genauso wie über komplexe Gefühle.

Taucht ein bestimmtes Gefühl in der Wahrnehmung auf, dann hat es auch seine Bedeutung: Irgend etwas will reguliert werden.

Gefühle wirken regulierend.

Was sind nun Gefühle?

Du wirst in der Literatur viele unterschiedliche Definitionen finden.

Ich möchte Dir hier zwei Vorschläge für Dein Selbstcoaching machen.

Die ausführliche Variante:

Ein Gefühl ist die Wahrnehmung einer bestimmten Körperempfindung, in Verbindung mit einer bestimmten Art zu denken, welche wiederrum ein bestimmtes Verhalten, Denken und Fühlen aktiviert, um zu regulieren.

Die kurze Variante:

Ein Gefühl ist ein Impuls zur Regulation.

Dieser Blog-Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem E-book:

„Wie Du (fast) jedes Gefühl meisterst!“ oder: „Das Geheimnis des Glücks!“

welches im September kostenlos zu haben ist.

Mit diesem E-book kannst Du dein Verständnis zum Thema Gefühle verbessern und Du erfährst einfache Selbstcoaching-Übungen, mit denen Du sinnvoll Einfluss auf Deine Emotionen nehmen kannst.

Falls Du das E-book kostenlos erhalten willst, trag Dich einfach in den Verteiler ein.

4 Kommentare

  1. Heike

    Vielen Dank, ich fand den Bericht sehr interessant.

    Antworten
    • thomasgrenz

      … vielen Dank für die Rückmeldung.
      Es freut mich sehr, wenn ich einige Impulse geben konnte.

      Antworten
  2. Ingrid Breg

    Hallo Thomas,
    Deine Beiträge sind allesamt sehr gut verständlich und ich kann jedes mal ganz viel mitnehmen für den Alltag und das Leben selbst.
    DANKE!

    Antworten
    • thomasgrenz

      Hallo Ingrid,
      das freut mich.
      Die Auseinandersetzung mit den Emotionen, hat mir selbst auch sehr viel gebracht!
      Lieben Gruß,
      Thomas

      Antworten

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