Selbstcoaching mit der Potenzial-Map:
Verhalten

Die Verwirklichung seiner Sehnsüchte und Ziele, ist ohne das passende Tun unmöglich.

Nur fällt es einem manchmal schwer, das Verhalten entsprechend zu ändern.

Dann räumen wir den Schreibtisch doch nicht auf, bleiben auf Facebook hängen oder rufen den Kunden erst gar nicht an.

Wie schön wäre es, wenn der Sprung von Verhalten A, in Verhalten B, am besten ohne Kraftaufwand gelingen könnte.

Wunschdenken? Vielleicht nicht.

Was ist Verhalten überhaupt?

In der Biologie wird Verhalten als alle Aktivitäten und körperlichen Reaktionen, die sich beobachten oder messen lassen definiert – also z.B. auch Schwitzen.

Im Modell der Potenzial-Map, werden die Körperreaktion im Bereich Körper gesondert eingeordnet.

Mit Verhalten ist hier gemeint:

Alles von außen Beobachtbare, das ein Mensch tut.

Entscheidend ist der Punkt: beobachtbar.

Beispiele:

Stirn runzeln, Augen weit aufreißen, lächeln, mit dem Finger zeigen, rennen, liegen, tanzen, den Schreibtisch aufräumen… sind alles beobachtbare Taten.

Das Sprechen zählt hier auch dazu, obwohl es eine Sonderstellung einnimmt. Das was jemand sagt, kann man zwar nicht durch Sehen beobachten, aber durch hören.

Also, jegliches Kommunikations-Verhalten und alle Taten gehören in diesen Bereich.

Welche Bedeutung hat das Verhalten?

Wir beziehen uns auf bestimmte Denkweisen, Emotionen, Erfahrungen, Werte usw.

Das wird auch als der Bezugsrahmen eines Menschen bezeichnet.

Das worauf wir uns beziehen, sagt uns, was für uns stimmt und was nicht.

Was für uns reell ist und was nicht.

Und das Verhalten gibt uns ein starkes Feedback darüber, was wirklich stimmt und was nicht.

Das Verhalten: Eine starke Referenz für Realität!

Du kannst z.B. gegenüber deinen Kindern behaupten, dass Zucker schlecht für die Gesundheit sei.

Wenn du aber selbst ständig Gummibärchen vor den Augen deiner Liebsten reinhaust, werden dir deine Kinder nicht glauben.

Wenn A gesagt und B gemacht wird, zählt B.

Genauso verhält sich auch, wenn du eine Führungsrolle hast.

Die Mitarbeiter glauben das, was ihnen vorgelebt wird.

Ein Vorbild wird erst dann glaubwürdig, wenn das Verhalten zu den Aussagen passt.

Gemessen wirst du an deinen Taten!

Aber nicht nur andere messen dich an deinen Taten, sondern auch du selbst.

Wenn du z.B. eine neue Gewohnheit in dein Leben integrieren willst und du gar nicht danach handelst, wird es dir wahrscheinlich schwer fallen, dir selbst zu glauben.

Das passiert z.B. oft an Neujahr. Dann nimmt man sich etwas vor, handelt am 2. Januar nicht danach und am 3. Januar ist der Zweifel so groß, dass man dann es doch sein lässt.

Deswegen ist es so wichtig, etwas zu tun, das einem sagt: „Hey, ich bin ja tatsächlich einen kleinen Schritt in diese Richtung gegangen!“.

Du schaffst damit eine Referenz – einen Beweis vor dir selbst.

Vielleicht fragst du dich, wie du Vertrauen, Liebe oder Klarheit in deinem Leben begünstigen kannst. Der Weg führt über das Verhalten:

Wenn ich Liebe begünstigen will, dann muss ich mich liebevoll verhalten.

Wenn ich Vertrauen erzeugen will, dann muss ich mich vertrauensvoll verhalten.

Wenn ich Klarheit schaffen will, dann muss ich mich klar und deutlich verhalten.

Wertvorstellungen werden über das Verhalten Wirklichkeit!

Auch beim Geben einer Kritik, ist wichtig, das beobachtbare Verhalten zu beschreiben.

Es macht einen großen Unterschied aus, ob du zu deinem Kollegen sagst: „Du bist ein Chaot!“.

Oder ob du sagst: „Am Dienstag und Donnerstag hast Du unseren gemeinsamen Arbeitsplatz unaufgeräumt hinterlassen.

Bitte räum doch die Unterlagen für die Qualitätsprüfung immer gleich vor Feierabend auf!“.

Die zweite Form ist überprüfbar und du gibst eine konkrete Verhaltensanweisung.

Bei der ersten Form kritisierst du unkonkret auf der Identitätsebene: „Du bist ein … Chaot.“

Dabei wir die ganze Person abgewertet und ein Chaot zu sein, kann ja vieles bedeuten.

Kritik wird wirksam mit dem Beschreiben von beobachtbarem Verhalten!

Alle 8 Faktoren der Potenzial-Map stehen in Verbindung:

Die gängige Ansicht ist, daß das Denken und die Gefühle ein bestimmtes Verhalten verursachen.

Also ich fühle mich traurig, deswegen ziehe ich mich in mein Zimmer zurück.

Ich bin ängstlich, deswegen halte ich mich zurück und melde mich nicht zu Wort.

Ich bin wütend, deswegen werde ich laut.

Ich bin glücklich, deswegen tanze ich auf dem Tisch.

Spannend wird es, wenn man die ganze Sache mal umdreht:

Ich gehe in mein Zimmer, lasse mein Kopf hängen, ziehe meine Mundwinkel nach unten… und fühle mich deswegen traurig!

Ich halte mich zurück, melde mich nicht zu Wort, versuche mich zu verstecken… und fühle mich deswegen ängstlich!

Ich hebe meine Stimme, balle meine Fäuste, runzle meine Stirn… und werde deswegen wütend!

Wenn Du eine bestimmte Eigenschaft haben willst, handle so, als ob du sie bereits hättest.

William James

Bereits William James, einer der Urväter der Psychologie, hatte bereits diese Erkenntnis.

Wenn ich mein Verhalten ändere, ändert sich mein Erleben.

Deswegen erzielt die Verhaltenstherapie oftmals die besten Ergebnisse, z.B. bei Depression. Dabei wird das Verhalten Schritt für Schritt aktiviert und verändert.

Aus dem Bett aufstehen – mal eine Runde laufen – längere Spaziergänge machen – kleine Veränderungen im Tagesablauf einbauen – eine neue Tagesstruktur in sein Leben integrieren – schwimmen gehen – tanzen …

Wie kannst du dein Verhalten bewusster für dich nutzen?

 

 

Die 3 Umsetzungsbooster

Es gibt eine Unmenge an Verhaltenstipps.

Angefangen von Kommunikations-Tipps, über Zeitmanagement-Tipps bis zu Erfolgs-Tipps.

Ein Knackpunkt besteht oftmals darin, überhaupt etwas umzusetzen.

Also grundsätzlich den Sprung in ein neues Verhalten zu schaffen.

Das Gegenteil von Umsetzung ist Procrastination, also das extreme Aufschieben von anstehenden Aufgaben.

Procrastination: pro = für, cras = morgen.

Dann ist das Verhalten nicht mehr zielgerichtet, man erlebt sich blockiert und innerlich fremdbestimmt.

Man verliert sich in Nebensächlichkeiten: Minutenlanges Starren auf den leeren Bildschirm, sich in Facebook verlieren, Grübeleien …

Wenn du ein Ziel hast und dich in deinem Element befindest, wirst du diese Tipps nicht brauchen, dann wirst du sowieso viel von deinen Vorhaben umsetzen.

Aber vielleicht gibt es auch mal eine Phase, in der du zu wenig umsetzt und wieder in die Spur finden willst.

Dann können die nun 3 folgenden Tipps echte Umsetzungsbooster sein!

 

1. Der Mini-Schritt: Kleiner … noch kleiner … noch kleiner …

Mal angenommen, du sitz vor dem Fernseher und dir geht der Gedanke durch den Kopf: „Ich könnte zum Joggen gehen“.

Und du bemerkst in diesem Moment den Widerstand, es auch tatsächlich umzusetzen.

Oftmals liegt das Problem darin, dass man sich nicht zu etwas überwinden kann, weil einem die Hürde so groß erscheint.

Dann stellt man sich vor, wie man 5 Kilometer am Stück joggen muss.

Oder man das ganze Büro am Stück aufräumen muss.

Oder 25 Kunden hintereinander anrufen muss.

Dann meldet sich der innere Umsetzungsverhinderer – oder auch der innere Schweinehund genannt – und überzeugt einen dazu, es lieber doch nicht zu tun.

Der Trick bestehet nun darin, dem inneren Umsetzungsverhinderer das Futter zu nehmen, indem du den kleinsten Schritt ermittelst:

Die Idee taucht auf: „Ich könnte zum Joggen gehen“.

Die Hürde taucht auf: „5 Kilometer am Stück joggen – das ist mir zu viel. Darauf habe ich ja überhaupt keine Lust …“.

Den kleinsten, angenehmsten, nächsten Schritt ermitteln:

– O.k., nur 1 Kilometer
– Kleiner: 100 Meter reichen auch schon
– Noch kleiner: Mal zur Tür gehen
– Noch kleiner: Erst mal Turnschuhe anziehen, reicht auch schon
– Noch kleiner: Einfach mal aufstehen, zu den Turnschuhen gehen … o.k., das mache ich mal und dann sehe ich weiter…

Umsetzen: Demensprechend verhalten – den ersten Schritt tun.

Wenn du dir den kleinsten, angenehmsten, nächsten Schritt gut vorstellen kannst und es einfach tust, wirst du meistens feststellen, dass du in die nächsten Schritte wie „hineingezogen“ wirst. Wenn ich schon mal aufgestanden bin, dann kann ich ja gerade zu den Turnschuhen gehen, wenn ich die Turnschuhe anhabe, dann kann ich auch …

Hört sich ein kleinwenig wie „Selbstbetrug“ an.

Hinter der Methode des kleinsten Schrittes steckt aber viel mehr.

Die meisten Projekte scheitern deswegen, weil die ersten Schritte nicht gegangen werden.

Oftmals fängt es an zu laufen, wenn man die erste Aufgabe umgesetzt hat.

Durch diesen Ansatz lernt man, große Vorhaben in kleinste Schritte herunter zu brechen und tatsächlich in die Umsetzung zu kommen.

Und wenn man sich erlaubt, die nächstgrößeren Schritte nur zu tun, wenn diese auch passen, fördert man sich in seiner Selbstbestimmung.

Wenn du dir die Freiheit lässt, sogar nach 100 Meter joggen wieder damit aufhören zu dürfen, weil dir heute vielleicht doch nicht danach ist, wird es dir beim nächsten Mal viel leichter fallen, die ersten Schritte wieder zu gehen.

Denn manchmal fällt es einem schwer, eine neue Gewohnheit in sein Leben zu integrieren, weil es sich jedes Mal wie eine große Überwindung anfühlt.

Den kleinsten Schritt gehen zu dürfen, führt auf Dauer zu einer neuen Gewohnheit!

 

2. Der Fake-Durchbruch: Fake it till you are!

Du erinnerst dich: „Wenn Du eine bestimmte Eigenschaft haben willst, handle so, als ob du sie bereits hättest.“

Auf dieser Grundlage ist auch das: „Fake-it-till-you-make-it“-Prinzip entstanden.

Einfach so zu tun, als könnte man schon etwas, bis man es tatsächlich kann.

Du tust einfach so, als ob es einfach wäre aufzustehen und zum joggen zu gehen – und gehst zum joggen.

Du tust einfach so, als ob es einfach wäre, den Schreibtisch aufzuräumen – und fängst an aufzuräumen.

Du tust einfach so, als ob …

Es ist wichtig dieses Prinzip richtig zu verstehen.

Es geht dabei nicht darum, unecht zu sein.

Es geht darum, durch den Fake einen Durchbruch zu einem bestimmten Verhalten oder zu einer Fähigkeit zu schaffen.

So tun als ob man z.B. selbstsicher sei, um anderen etwas vorzuspielen, wäre der falsche Weg.

Aber ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich Selbstsicherheit anfühlt, indem man mal so tut als ob, kann sinnvoll sein.

Oder wenn man merkt, dass man sich gerade unnötig selbst verunsichert, man aber weiß, dass dieser Modus in einem steckt und man nur nicht in seine Selbstsicherheit findet.

Dann kann es hilfreich sein, einfach mal einige Sekunden so zu tun, als sei man selbstsicher.

Dann tut man so als ob, stellt sich evtl. etwas breitbeiniger hin, richtet seinen Oberkörper auf, schaut in die Runde und merkt immer mehr, dass man selbstsicherer wird.

Das ist so, als ob man eine unsichtbare Verhaltensmauer spielerisch durchbricht und in den neuen Modus findet.

Die unsichtbare Verhaltensmauer durchbrechen!

Vielleicht hast du auch schon mal gehört, dass man lächeln soll, damit man sich gut fühlt.

Es gibt Studien, die belegen, dass es schon ausreicht, ein Bleistift einige Minuten zwischen die Zähne zu nehmen, um sich wieder besser zu fühlen.

Dem Gehirn wird dadurch zurückgemeldet: „Ah, da wird gelächelt – das heißt es geht uns gut – das entsprechende Gefühl von glücklich sein erzeugen…“

Bedeutet das nun, dass Du den ganzen Tag grinsend durch die Welt laufen musst, damit es dir besser geht?

Nein, natürlich nicht!

Aber es kann hilfreich sein, entspannt sich selbst und anderen immer wieder mal zuzulächeln!

Es ist also weniger ein „Fake-it-till-you-make-it“-Prinzip, sondern ein „Fake-it-till-you-are“-Prinzip.

Du wirst durch das So-tun-als-ob, zu der Persönlichkeit, die sowieso schon in dir steckt!

 

 

3. Die Identitäts-Frage: Wer will ich gerade lieber sein?

Vielleicht befindest du dich in einer Zwickmühle.

Einerseits möchtest du vor dem Fernseher entspannen und mal nichts tun dürfen und andererseits möchtest du etwas für deine Gesundheit und Fitness tun.

Einerseits möchtest du in Facebook stöbern, andererseits möchtest du dein Büro aufräumen.

Einerseits möchtest du … andererseits ….

Grundsätzlich wäre es ja einfach: Entweder du stehst ohne groß nachzudenken auf und gehst zum joggen.

Oder du genießt es Fernseher zu schauen – Punkt.

Aaaaaber … beides kann sich ja richtig für dich anfühlen – das macht es ja so schwer, zu einer Entscheidung zu finden.

Dann kann es passieren, dass du weder das Eine noch das Andere tust.

Du sitzt zwar vor dem Fernseher, aber du kannst den Film nicht genießen, weil du dir ständig innerlich Vorwürfe dafür machst, dass du nicht zum Joggen gehst.

Zwickmühle!

Eine kraftvolle Frage die du dir in so einer Zwickmühlensituation stellen kannst ist folgende:

„Wer möchte ich lieber sein? Die Claudia (Dein Name), die vor dem Fernseher sitzen will, oder die Claudia, die zum Joggen gehen will?“

Diese Frage setzt an der Identitätsebene an.

Oftmals fühlen wir bereits unterschwellig, wer und wie wir in Wirklichkeit sein wollen.

Und wenn wir dieser inneren Stimme mehr Gehör und Kraft verleihen, dann kann es sein, dass man sich automatisch auf diese Stimme einlässt und danach handelt.

 

Das wahre Selbst möchte zum Ausdruck kommen!

Das funktioniert nur, wenn man sich dazu entschieden hat, liebevoll mit sich umzugehen und ein authentischeres leben führen zu wollen.

Sind die anderen Teile dann unwahrer?

Ist der Teil der vor dem Fernseher sitzen bleiben will, falscher?

Nein.

Aber es gibt Persönlichkeitsanteile in uns, die konstruktivere Aspekte beinhalten und situativ wissen, was gerade besser für uns ist.

Diese innere Stimme kannst du auch als inneren Coach verstehen.

Er fragt dich: „Was wäre gerade besser für dich? Wer möchtest du gerade lieber sein?“

Und dann erlaubst du dir entweder gemütlich Fernseher zu schauen, oder direkt zum Joggen zu gehen.

Wenn du direkt aufstehst und zum Joggen gehst, weil du das lieber tun willst, dann vollziehst du den Verhaltenssprung.

Frag Dich: „Wer will ich gerade lieber sein?“

Der Kreative oder der Umsetzer der sein Büro aufräumt?

Die Gemütliche oder die Umsetzerin die zum Fitness geht?

Der Stratege oder der Umsetzer der den Kunden anruft?

Die Identitäts-Frage ist eine sehr kraftvolle Frage!

Oft reicht diese Frage schon aus, um in die Umsetzung zu kommen.

Es kann viel Freude bereiten und sehr motivierend sein, autonomer und immer mehr zu der Persönlichkeit zu werden, die in einem steckt!

 

 

Fazit:

Das persönliche Gelingen hängt vom Tun ab. Das Verhalten ist eine starke Referenz für Realität: es beweist, was wirklich stimmt. Es gibt viele Möglichkeiten sein Verhalten zu verändern und anzupassen. Viel wichtiger ist es, überhaupt den Sprung in ein neues Verhalten zu verwirklichen. Der kleinste und angenehmste Schritt, bedeutet bereits Umsetzung. Über die kleinsten Etappen, können neue Gewohnheiten mit Einfachheit integriert und große Projekte verwirklicht werden. So-tun-als-ob, ist mehr als ein Fake: es ist der direkte Sprung in ein neues Verhalten. Die Identitäts-Frage: „Wer will ich gerade lieber sein?“, verdeutlicht, dass es darum geht, immer mehr zu dem zu werden, der in einem steckt – eine wahre Umsetzerin, oder ein wahrer Umsetzer!

2 Kommentare

  1. Daumen hoch!

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